Kleine Helden in großer Not

Überall im Land sitzen kleine Wellensittiche in Not – als Letzte übrig geblieben nach langjähriger Schwarmhaltung, schwer vermittelbar, weil sie zu alt sind, eventuell schon Gebrechen zeigen und der permanenten Behandlung und Betreuung bedürfen.

Oder sie sind die einzigen in ihrem Schwarm, die nicht fliegen können, weil sie sich einmal verletzt hatten oder an einer entsprechenden Erkrankung leiden.

So suchen immer wieder Halter für ihren eingeschränkten Schatz ein Zuhause, das wirklich auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Manche Vögel werden von lieben Menschen aus katastrophalsten Bedingungen herausgeholt, waren zuvor falsch gehalten, medizinisch unterversorgt, in einem schlechten Ernährungszustand oder traumatisiert. Gelegentlich auch alles zusammen. Sie benötigen dringend nicht nur individuelle Unterbringung und Betreuung, sondern oft auch aufwändige tiermedizinische Behandlung. Manche Neuaufnahmen haben teilweise nie zuvor einen Tierarzt gesehen, geschweige denn einen vogelkundigen.


Dieser Strom reißt nicht ab, im Gegenteil: Mit dem Wegfall der Zuchtgenehmigung für Wellensittiche ist die Nachzucht an sich nicht mehr behördlich reguliert und kontrolliert; auch unerfahrene Halter und Züchter können ihr Paar brüten lassen, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Durch den Mangel an Erfahrung kann es zu Fehlernährung im Kükenalter, irreversiblen Erkrankungen durch unzureichende Hygiene oder ungünstige Brutgelegenheiten kommen.

Auch scheinen sich bestimmte Gefiedererkrankungen wie Polyoma und PBFD nach dem Schneeballsystem mehr und mehr zu verbreiten. Die Diagnose ist schwierig, die Folgen für Gelege können dramatisch sein. Gleichzeitig ist das Vorhandensein dieser Virenerkrankungen im eigenen Schwarm mit großen Unsicherheiten verbunden, so dass die meisten Halter gar nicht wissen wollen, ob ihr Bestand infiziert ist, was die rasche Ausbreitung der Viren begünstigt, die Aufnahme von Viren tragenden Vögeln hingegen oft verhindert.

Ein bedürfnisgerechtes Zuhause

In den derzeit vier Endpflegestellen der sehr erfahrenen Betreuer weiß man sehr genau, wieviel Lebensqualität auch bewegungseingeschränkten Vögeln geboten werden kann und wie man es anstellt.

Neben der permanenten Beobachtung und Betreuung findet auch eine dauerhafte oder Akutversorgung und Behandlung in engem Kontakt zu Tierärzten und auch Naturheilkundlern statt.

Wenn möglich, werden ausführliche Vorgespräche mit den Abgebenden geführt, um im Vorwege so viel wie möglich über den Neuzugang zu erfahren. Denn nichts ist schlimmer, als mit einem akut leidenden Tier beim

Arzt bei Null anzufangen. Der Welli hat für sowas oftmals keine Zeit.

Auch Besuche nach dem Einzug sind möglich - die Liebe zu ihrem Tier hat die Abgebenden veranlasst, sich von ihrem Sorgenvögelchen zu trennen, und das ist nicht immer ganz leicht.

Nicht zuletzt gibt es immer wieder auch Anrufe und Anschreiben von Ratsuchenden; wenn ein eingeschränktes Tier in seinem gewohnten Zuhause und bei seinen Freunden bleiben kann und dafür einfach ein paar Tipps zur Einrichtung oder zum Umbau ausreichen, ist das die beste Hilfe, die der Vogel bekommen kann.

Es sind also die Endpflegestellen, in denen sich alles um die notleidenden und hilfebedürftigen Tiere dreht, damit es ihnen auch gut geht, wenn sie ein letztes Mal umziehen müssen.

Die Probleme in einer solchen Haltung sind vielfältig und ändern sich ständig mit jedem neuen Bewohner, mit Änderungen des Gesundheitszustands bei vorhandenen Vögeln oder auch mit dem Tod eines Tiers. Haltern gesunder Kleinschwärme ist das häufig nicht bewusst, und es würde viel zu weit führen, das im Einzelnen zu erläutern.

Die Pflegestellenbetreuer behalten auch den Überblick, wenn viele Vögel auf einmal kränkeln, im Notfall einen kühlen Kopf, und sie bleiben auch stark, wenn der Gang zum Tierarzt der letzte Weg sein sollte.

Engagement unterstützen

Das Engagement der Betreuer kann der Verein nicht fördern, das kommt einzig aus der Liebe und Sorge der Helfer zu den anvertrauten Tieren. Hürdenwellies e.V. kann aber bei den Rahmenbedingungen unterstützen, insbesondere bei den Tierarztrechnungen, die immer den Großteil der Kosten in einer Endpflegestelle ausmachen.

Und dies hat sich der Verein zur Hauptaufgabe gemacht – damit die Arbeit für die über 50 Pfleglinge ohne materielle Not geleistet werden kann, und damit im Laufe der Zeit auch weitere Pflegeplätze geschaffen oder unterstützt werden können.

Hürdenwellies e.V. ist noch ein sehr junger und kleiner Verein, der sich langsam, aber stetig aufbauen möchte. Wenn Sie die Hürdenwellies dabei unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende, Paten- oder Mitgliedschaft.

 

Die Hürdenwellies danken es Ihnen!